Türkiye Cumhuriyeti

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Konuşma Metinleri

Regensburg Sanayi ve Ticaret Odası'nın (IHK) Yaz Resepsiyonu , 26.06.2013

Sommerempfang IHK Regensburg – 26. Juni 2013

Sehr geehrter Herr Esser,
Sayın Çakıroğlu,
Verehrte Gäste,

Vielen herzlichen Dank für die Einladung zu diesem tollen Empfang. Wie Sie vielleicht auch bereits wissen, geht leider meine Amtszeit als Generalkonsulin in Deutschland langsam dem Ende zu. Ich freue mich, heute ein weiteres Mal unter Freunden in Regensburg sein zu können. Und umso mehr freut es mich, dass die Türkei das Partnerland des diesjährigen Sommerempfangs ist.
Die offene und dialogorientierte Art der IHK Regensburg, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Generalkonsulat sowie allen Akteuren in der Region und ihr wertvoller Beitrag für die deutsch-türkischen Beziehungen verdient Lob und Anerkennung. Auch dafür möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken.

Meine Damen und Herren,

Die langjährigen deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen bergen ein hohes Potential. Dafür sorgen mitunter die vielen erfolgreichen türkischstämmigen Unternehmer in den unterschiedlichsten Branchen in Deutschland. Heute gibt es fast dreimal so viele türkische Unternehmen wie vor 20 Jahren. Heute gibt es fast dreimal so viele türkische Unternehmen wie vor 20 Jahren. Rund 80 Tausend türkische Unternehmen erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von über 40 Milliarden Euro, ihre Investitionen liegen bei ca. 10 Milliarden Euro. Sie beschäftigen rund 420 Tausend Mitarbeiter, spielen mit über 60 % eine wichtige Rolle im System der dualen Ausbildung. Zu ihren Mitarbeitern gehören nicht nur Türken, denn je nach Branche beschäftigen sie auch etwa 35 – 40 % Deutsche.
Dem Zentrum für Türkeistudien der Universität Duisburg Essen und einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zufolge haben fast die Hälfte der türkischen Unternehmer einen Hochschulabschluss. So wie wir Ihnen auch in Regensburg begegnen, sind sie Anwälte, Aerzte, Ingenieure, Unternehmensberater oder Softwareentwickler und lange nicht mehr nur „Dönerbudenbesitzer“ oder „Gemüsehändler“.

Sie sind weder „typisch deutsch“ noch „typisch türkisch“. Sie sprechen mehrere Sprachen und sind in zwei Kulturen zuhause. Sie haben deutsche Stärken wie Fleiß und Zuverlässigkeit und türkische Tugenden wie Flexibilität und Dienstleistungsmentalität vereint. Sie sind eine große Chance für die Wirtschaft Deutschlands.
Ein Beispiel für diese neue Synthese aus deutscher und türkischer Identität ist heute bei uns, Frau Sıla Temel. Sie ist eine entzückende, junge und erfolgsversprechende Designerin, deren Kollektion wir gleich näher kennenlernen werden.

Für die zunehmende Bedeutung deutsch-türkischer Wirtschaftsbeziehungen sorgt aber auch die Tatsache, dass die Türkei mit ihrer florierenden Wirtschaft für deutsche Investoren zu einem höchst attraktiven Standort geworden ist.
Seit 2002 ist die Zahl deutscher Firmen in der Türkei auf 5320 gestiegen. Ihre Direktinvestitionen betragen rund 5,6 Milliarden US Dollar.
Auch Bayern und die Stadt Regensburg pflegen gute Wirtschaftbeziehungen mit der Türkei. Die Türkei gehört zu Bayerns 20 wichtigsten Handelspartnern weltweit - vor Ländern wie Indien, Kanada oder Brasilien. Im Jahr 2011 nahm das Handelsvolumen um fast 30% zu. Dazu hat der der Freistaat eine neue Wirtschaftsvertretung in der Türkei eröffnet. Die Stadt Regensburg, die mit einem BIP-Zuwachs von 4,5 % im Jahr 2011 das höchste Wachstum unter den deutschen Städten erzielt hat, hat mit 130 Firmen gute Handelsbeziehungen zu der Türkei.

Tendenz steigend, da die Türkei es sich zum Ziel gesetzt hat, im Jahr 2023, zum 100. Jahrestag der Gründung der Türkei also, mit einem Exportvolumen von 500 Milliarden Dollar unter die zehn größten Wirtschaftsnationen der Welt vorzustoßen. Mit durchschnittlich 5% Wachstum im Jahr hat sich im letzten Jahrzehnt das Bruttoinlandsprodukt mehr als verdreifacht und 786 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012 erreicht. Die Türkei ist die sechzehnt-größte Volkswirtschaft der Welt und die sechstgrößte in Europa. Bis 2023 sollen die Investitionen in Bereiche wie Energie, Verkehr, Infrastruktur und Informations-und Kommunikationstechnologie rund 250 Milliarden Dollar betragen.

Auch soll Turkish Airlines, die mit Lufthansa und KLM zu den drei größten Fluggesellschaften Europas gehört und viel schneller wächst als ihre Konkurrenten Emirates, Etihad oder Lufthansa, bis 2023 eine der größten Fluggesellschaften der Welt werden. Und bei dieser Expansion wird es um mehr als ums Fliegen gehen, denn das Unternehmen ist ein wichtiger Baustein in der außenpolitischen Strategie der Türkei
Erstmals seit 19 Jahren steht die Türkei beim Internationalen Währungsfonds IMF schuldenfrei, hat sich dazu mit einer Kreditzusicherung vom Schuldner zum Gläubiger verwandelt.
Das Vertrauen in die türkische Wirtschaft wurde auch von Ratingagenturen bestätigt. Sowohl Fitch als auch Standard & Poor’s und Moody’s haben kürzlich die Kreditwürdigkeit und den Status der Türkei in „Investment Grade“ höhergestuft.
All diese positiven Entwicklungen stellen sicherlich eine „win-win“ Situation für alle wirtschaftlichen Akteure in der Türkei und in Deutschland dar.
Darüber hinaus spielen diese Entwicklungen aber eine noch wichtigere Rolle.
Die Wirtschaft ist die treibende Kraft in internationalen Beziehungen und geht somit jeglichen Bemühungen in der Politik voraus.
Die deutsch-türkischen Beziehungen haben eine lange, traditionell enge und freundschaftliche Geschichte. Die positiven Entwicklungen in der Wirtschaft können diese Beziehungen zwischen beiden Ländern nur noch festigen und stärken.
In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Akteuren der Wirtschaft nochmals ganz herzlich für ihr Engagement um die Festigung der deutsch-türkischen Freundschaft bedanken und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren Bemühungen für die Gestaltung einer deutsch-türkischen Zukunft auf allen Ebenen.

Vielen Dank