Türkiye Cumhuriyeti

Nürnberg Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Schwabach'da DİTİB Camii açılış töreni, 17.05.2012

Sehr geehrter Oberbürgermeister Thürauf,
Sehr geehrter Prof. Dr. Dere,
Verehrte Gäste,
Meine Damen und Herren,


ich freue mich sehr, heute gemeinsam mit Ihnen bei der Neueröffnung der DITIB Goldene Moschee dabei sein zu dürfen.
Ich möchte allen bei dem Umbau und bei der Erneuerung dieser Moschee Mitwirkenden, und diesen Prozess Mitgestaltenden und sowie der türkischen Community gratulieren.
Und natürlich wünsche ich mir, dass das Signal, das durch diese gemeinsam gelungene Arbeit gesetzt wird, das Miteinander vor Ort fördert und stärkt.

Wie wir alle wissen, begann die türkische Migrationsgeschichte in der Bundesrepublik vor 50 Jahren. Mittlerweile leben türkischstämmige Menschen in der 3., ja sogar in der 4. Generation in Deutschland.
Schon in der Anwerbephase versuchten türkische Migranten ihren religiösen Bedürfnissen eine Gestalt zu geben. Diese Gestaltfindung erfährt ihre Konkretisierung in der Errichtung eines Gotteshauses.
In diesem Prozess nahm und nimmt DITIB bundesweit eine besondere Rolle ein.
Auch die Goldene Moschee ist ein solcher Ausdruck konkret vor Ort.

Die heutigen Moscheen sind keine Hinterhofgebetsräume mehr, die damals notdürftig und sehr bescheiden konzipiert waren.
Viele wurden neugebaut oder ganz den aktuellen Bedürfnissen entsprechend umgebaut und erweitert.
Sie sind auch keine reinen Gebetsräume mehr,
sie ermöglichen nicht nur, dass Menschen in ihnen zusammen kommen und ihre Religion erleben;
Sie sind heute zugleich Bildungs-, Integrations- und Dialogzentren.
Eine solche Entwicklung kann man nur begrüßen und hoffen, dass auch Moscheen als besondere Ort der Begegnung ihren Beitrag für ein gelungenes Zusammenleben weiter leisten.

Ein solches Zusammenleben und Miteinander setzt natürlich ein Toleranzverständnis voraus, zu dessen Grundbegriffen Gleichheit und Anerkennung gehören.
Als Friedrich der Große 1740 folgende Sätze formulierte, war für ihn ein solches Verständnis selbstverständlich. Ich zitiere ihn:
„Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sich zu ihnen bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn die Türken und Heiden kamen und wollten hier im Lande wohnen, dann würden wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen“.

Was Friedrich der Große hier zum Ausdruck bringt, ist nicht nur der unterstrichene Respekt vor allen Religionen und ihre Anerkennung als Gleichwertige.
Friedrich geht über den die Gleichheit voraussetzenden formalen Rahmen hinaus,
für ihn sind Menschen entscheidend, - Menschen, so wie er sagt, die „ehrlich“ sind und „hier im Lande wohnen“ möchten. .
War das Ehrlichkeitskriterium erfüllt, so war Friedrich der Große bereit, dieser Grundhaltung seinerseits eine konkrete Gestalt zu geben und Gotteshäuser zu errichten, in denen „ehrliche“ Menschen ihren religiösen Pflichten nachkommen können.

Meine Damen und Herren,

Türkischstämmige Menschen leben seit 50 Jahren in der Bundesrepublik,
sie sind längst ein Teil dieses Landes geworden. Dass dieser Prozess nicht einfach war und ist und nicht immer problemlos verlief und verläuft, dürfte uns allen bekannt sein.
Auf der anderen Seiten dürfen wir die Anstrengungen der türkischen Migranten und ihre Leistungen nicht übersehen. Vom Gastarbeitersein bis zur vollen Mitgliedschaft in der hiesigen Gesellschaft war und ist ein langer Weg.
Auf diesem Weg reicht meiner Meinung nach eine die formale Gleichheit der Religionen antizipierende Betrachtung nicht aus,
maßgebend ist die soziale Gleichbehandlung auf allen gesellschaftlichen Ebenen, deren Grundvoraussetzung die Anerkennung als vollwertiges Mitglied ist.

Erst durch die Vermittlung eines solchen Gefühls als Grundklima, glaube ich, werden wir ein gelungenes Miteinander schaffen.
Zu einem solchen Miteinander gehören neben der Dialogbereitschaft und Offenheit auch die verantwortungsbewusste Kritik – aber keine panikermachenden Pauschalisierungen.

Zu den Förderern eines friedlichen Miteinanders vor Ort gehört neben vielen anderen vor allem der Herr Oberbürgermeister Thürauf. Sein Beitrag ist beispielhaft.
Ich möchte mich im Namen der türkischen Community bei Herrn Oberbürgermeister, der heute unter uns ist und dieser Neueröffnung beiwohnt, für sein Engagement herzlich bedanken und wünsche mir andere Nachahmer.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!