Türkiye Cumhuriyeti

Nürnberg Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

"Lesewerkstatt" (Okuma Atölyesi) adlı projenin basına tanıtımında yapılan konuşma, 22.11.2011

Eine Geschichte aus 1001 Nacht - Lesewerkstatt der Stadtmission Nürnberg


22. November 2011


 


 


Sehr geehrte Damen und Herren,


 


Ich bin nun schon zum dritten Mal in Deutschland tätig und kann, wenn auch mit Unterbrechungen, die Entwicklung der türkischen Community in Deutschland seit über 15 Jahren mit verfolgen.


Ich bin aus Erfahrung davon überzeugt, dass sowohl die türkischen als auch die deutschen Institutionen vor allem auf dem Gebiet der Bildung mehr leisten müssen. Die Zukunft kann nur mit Investitionen in die Bildung besser und sinnvoller gestaltet werden. In diesem Sinne lege ich meinen Schwerpunkt auf die Unterstützung von Projekten auf dem Gebiet der Bildung.


 


Ich denke, dass ehrenamtliche Tätigkeiten auf dem Gebiet der Bildung die wertvollsten sind. Als ich das Projekt Lesewerkstatt der Stadtmission Nürnberg kennengelernt habe, war ich ohne zu zögern bereit, es als Schirmherrin zu unterstützen. Ich möchte denjenigen, die das Projekt auf die Beine gestellt haben und anwenden, herzlich gratulieren.


 


Ich unterstütze das Projekt aber auch deswegen, um noch mehr türkische Ehrenamtliche für das Projekt zu gewinnen. Zudem stellen junge Migrantinnen und Migranten, die sich als „Vorleser“ engagieren, beste Beispiele für die jungen Teilnehmer dieses Projekts dar.


 


Wie wichtig das Vorlesen für die Aneignung von Lese- und Sprachkompetenz und für die Entwicklung des Kindes ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Wir lesen unserem 9-jährigen Sohn seit Jahren vor, ich auf Türkisch und mein Mann auf Deutsch. Dieses Lesen in zwei Sprachen macht uns Spaß und den Erfolg können wir an unserem Kind erkennen.


 


Die türkischen Kinder in Deutschland sind natürlich zweisprachig. Das stellt eine Ressource für Deutschland dar. Denn in unserer heutigen Welt wird der Mehrsprachigkeit eine wichtige Bedeutung zugemessen. Zweisprachige Kinder müssen aber beide Sprachen früh genug, richtig und auf hohem Niveau erlernen.


 


Laut Studien von Prof. Dr. Riehl, Spezialistin für Mehrsprachigkeit an der Universität in Köln, fördert das Erlernen der Muttersprache im frühen Alter und auf hohem Niveau das Wachstum des Sprachzentrums im Gehirn. Je entwickelter dieses Zentrum im Gehirn ist, desto einfacher fällt es dem Kind, schon im früheren Alter eine weitere Sprache auf hohem Niveau zu lernen.


 


Sind aber die Sprachkenntnisse der  Eltern auf einem niedrigen Niveau, entwickeln sich die Sprachkenntnisse der Kinder ebenfalls auf einem niedrigen Niveau, was wiederum ein Handicap für das Kind darstellt, wenn es um das Erlernen einer zweiten Sprache geht. Deswegen ist es sehr wichtig, dass den Kindern schon im Kindergartenalter aus Büchern vorgelesen wird und sie eine Vorliebe für Bücher und für das Lesen entwickeln.


 


In diesem Zusammenhang möchte ich die Bedeutung und die Reichweite des Projektes, welches gerade junge Migranten, die sich in der Übergangsphase Schule-Beruf befinden, als Zielgruppe anspricht, um deren Ausdrucksfähigkeit und Lesekompetenz zu fördern, ihre sozialen und kulturellen Kompetenzen zu stärken, aber auch ihre Interessen und Phantasien anzuregen, erneut unterstreichen.


 


Die Investition in das Projekt „Lesewerkstatt“, so klein sie auch erscheinen mag, trägt viel dazu bei, dass der Schulerfolg von türkischen Kindern erhöht wird, und Deutschland somit seinem demografisch bedingten Fachkräftemangel dadurch gegensteuern kann.


Ich rufe alle deutsch- und türkischstämmige Freiwillige zur Mitwirkung für diese Investition auf. Lesen Sie Bücher und verändern Sie damit das Leben Ihrer Kinder und die Zukunft Ihres Landes.


 


Vielen Dank.