Türkiye Cumhuriyeti

Nürnberg Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Mudra adlı kuruluş tarafından gerçekleştirilen konferansda yapılan konuşma, 26.10.2011

Sehr geehrter Herr Wehner,


Sehr geehrte Mudra-Mitarbeiter,


Liebe Gäste,


 


ich möchte mich ganz herzlich für die Einladung zu dieser Veranstaltung bedanken.


 


Seit nunmehr 31 Jahren leistet Mudra erfolgreiche Hilfe für Drogenkonsumenten sowie ihre Angehörige in Nürnberg.


 


Und seit 1995 wird in der Mudra-Einrichtung “Dönüş” kultursensible Drogenhilfe für Drogenabhängige mit türkischem Migrationshintergrund geleistet.


 


Für diese unermüdliche Arbeit, und besonders dafür, dass Mudra als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland, die die Notwendigkeit der Arbeit mit türkischen Betroffenen rechtzeitig erkannt und aktiv geworden ist, möchte ich mich ganz herzlich bedanken.


 


Suchtprobleme, egal welcher Art, haben bei Betroffenen negative Auswirkungen auf die Gesundheit sowie auf die soziale, familiäre und die finanzielle Situation.


Suchtkranke verlieren in vielen Fällen die Kontrolle über ihr Leben dermaßen,


dass ihr eigenes Leben ausschließlich von der Sucht bestimmt wird.


Das Ergebnis ist eine Isolation wenn nicht sogar der Tod.


 


Ohne professionelle Hilfe, Therapie und persönliche Betreuung ist es fast unmöglich, von der Sucht wegzukommen und in das „normale“ Leben wieder integriert zu werden.


Dieser Prozess bedarf bei allen Betroffenen viel Kraft, Geduld und vor allem Überzeugungskraft.


 


Das Suchtphänomen verursacht auch  in Deutschland erhebliche Probleme für die Gesundheit und für das soziale und volkswirtschaftliche Leben:


 


Nach Angaben des aktuellsten Drogen- und Suchtberichts der Drogenbeauftragten der Bundesregierung „rauchen 16 Mio. Menschen,


1,3 Mio. Menschen sind alkoholabhängig


und 1,4 Mio. Menschen sind von Medikamenten abhängig.


600.000 Menschen weisen einen problematischen Cannabiskonsum auf,


200.000 Menschen konsumieren sonstige illegale Drogen…“


 


Aus dem genannten Bericht geht hervor, dass die Zahl der Drogentoten in Deutschland 2010 zwar im Durchschnitt deutlich zurückgegangen, die Zahl der Erstkonsumenten jedoch gestiegen ist.


Eine alarmierende Entwicklung, wenn man überlegt, dass jedes zehnte Kind im Alter von 12-17 Jahren bereits Erfahrungen mit Drogen gemacht hat.


Bei Erwachsenen im Alter von 18-64 Jahren ist es jeder Vierte, der schon mal eine illegale Droge probiert hat. 


Für Nürnberg gilt sogar eine noch alarmierende Entwicklung, denn hier hat nicht nur die Zahl der Konsumenten zugenommen, sondern auch die Zahl der Drogentoten. 


 


Über den Anteil von Migranten unter den Drogenkonsumenten gibt es leider keine genauen Angaben. Es wird von Schätzungen ausgegangen, dennoch ist der Anteil mit geschätzten 20 bis 30 Prozent recht hoch.


Da Migrationsprozesse und ihre Nachwirkungen eine Vielzahl von psychosozialen Belastungen bergen, die eine Suchtentstehung begünstigen, sind Migrantinnen und Migranten einem besonderen Risiko ausgesetzt.


 


Der Drogenkonsum unter Migranten ist vor allem wegen des kulturellen und religiösen Hintergrundes ein tabuisiertes Thema.


Daher sind spezielle Behandlungskonzepte und Berater mit Migrationshintergrund notwendig.


Nur mit speziell auf Migranten zugeschnittenen Angeboten, einer kultursensiblen Suchthilfe und  einer Begleitung durch Berater mit Migrationshintergrund können diese Menschen erreicht und resozialisiert, ihre Rückfallwahrscheinlichkeit in Grenzen gehalten werden.


 


Die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen die Drogen ist meines Erachtens die Prävention.


 


Und hier sind von Eltern bis zum Staat alle Instanzen, wir alle also,  gefordert.


 


Nur so können wir verhindern,  dass die eingangs genannten Zahlen sich weiter erhöhen.


 


In der Hoffnung, dass unsere Lieben von den Gefahren der Sucht verschont bleiben, wünsche ich der Mudra weiterhin viel Erfolg bei ihrer wertvollen Arbeit und uns einen informativen Verlauf der Veranstaltung.


 


Vielen Dank.