Leben und Altwerden in Regensburg

Ece Öztürk Çil 09.10.2012
Sehr geehrter Herr Altuner
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wolbergs
Sehr verehrte Damen und Herren,

Vielen Dank für die Einladung zu diesem Treffen, der ich sehr gerne gefolgt bin. Wie überall in Deutschland, ist auch in Regenburg das “Leben und Altwerden” ein wichtiges Thema, das in der türkischen Community ebenfalls immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Laut einer Statistik des Amtes für Stadtentwicklung der Stadt Regesnburg liegt die Zahl der Regensburger Bevölkerung in der Altersgruppe 45 – 65 Jahre bei knapp 39 Tausend Menschen. Der Anteil an Migrantinnen und Migranten in dieser Altersgruppe beträgt etwa 9 Prozent. Es ist also sehr zu begrüssen, dass Menschen mit Migrationshintergrund auch im Alter Angebote wahrnehmen können, die sie durch das Leben begleiten.
Ein Grossteil der damals jungen Arbeitskräfte, der einstigen „Gastarbeiter“ also, die in den 60’er Jahren nach Deutschland kamen und sich auf Dauer in ihrer neuen Heimat eingerichtet haben, haben bereits das siebzigste Lebensjahr erreicht.
Und damit stehen wir vielen neuen, oft anders gearteten Problemen gegenüber, deren Bewältigung aufgrund fehlender Versorgungsinfrastruktur erschwert ist.
Es ist aber mittlerweile bekannt, dass der Alterungsprozess bei den ehemaligen Gastarbeitern aufgrund ihrer Migrationsbiographie und der schweren Arbeits- und Lebensbedingungen, denen sie unterworfen waren, 5-10 Jahre früher einsetzt als bei „deutschen“ Alten.
Hinzu kommt noch die psychische Belastung des Lebens in der Fremde und des Stress des Überlebens mit einem niedrigen Sozialstatus.

Mangelnde Deutschkenntnisse, Unsicherheit, Unkenntnis, falsche Vorstellungen aber auch manchmal Scham halten die Angehörigen oft davon ab, einen Arzt, einen Spezialisten oder einen Berater aufzusuchen.
Ein weiterer Grund ist das familiäre Umfeld bei Migranten.
Nicht zuletzt die Einstellung, dass auch Pflege nur in der und von der Familie zu leisten sei, trägt dazu bei, sich keine externe Hilfe zu holen.

Aber längst tragen auch bei Migranten bestehende familiäre oder ähnliche soziale Netzwerke nicht mehr so gut wie zuvor.
Mittlerweile gibt es aber in Regensburg wie in ganz Deutschland - und das ist eine sehr positive Entwicklung - eine Vielzahl von Einrichtungen, die für Migranten sehr gute Informations-, Beratungs- und Pflegemöglichkeiten in der Muttersprache und mit muttersprachlichem Personal anbieten.

In diesem Sinne möchte ich mich bei beim Herrn Salih Altuner sowie allen anderen Beteiligten des Projektes „Leben und Altwerden in Regensburg“ für ihr Engagement bedanken und wünsche uns allen und unseren Lieben viel Gesundheit und Freude am Leben.

Vielen Dank


Pazartesi - Cuma

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